Die preußische Zeit der Stadt Görlitz - Zuordnung zu Schlesien

Das 19. Jahrhundert in Görlitz war geprägt von dem wachsenden Einfluss und der zunehmenden Kontrolle des Staates und natürlich von der Industrialisierung, welche sich deutschlandweit durchzusetzen begann.

Mit der Zugehörigkeit zu Preußen ergaben sich für die Bürger der Stadt eine ganze Reihe von Veränderungen. 1816 kam es zur Einführung der preußischen Regierungs- und Gerichtsverfassung. 2 Jahre später wurden die preußischen Maße und Gewichte und auch die preußische Währung übernommen. 1820 wurde die bis dahin übergangsweise arbeitende Stadtverwaltung von der staatlichen Justizverwaltung getrennt. Die Verwaltung der Polizei, inkl. der Baupolizei, lag in Zukunft in den Händen des preußischen Staates. Das bedeutet, städtische Bauvorhaben wurden von Berlin aus beeinflusst und kontrolliert. Die weitestgehende Unabhängigkeit des Rates, seine Entscheidungen für Görlitz betreffend, wurde zwar bereits in sächsischer Zeit (17./18.Jh.) eingeschränkt, ermöglichte zu dieser Zeit aber noch freie Entscheidungen. Der Wechsel zu Preußen mit seinen absolutistischen Traditionen brachte der Stadt vielerlei Abhängigkeiten vom Staat, die sie so in der Vergangenheit noch nicht erlebt hatte. Andererseits begannen sich in den Jahren nach der Wende zum 19.Jahrhundert kapitalistische Strukturen zu entwickeln, die der Stadt zu einem noch nie da gewesenen Aufschwung verhalfen.

Literatur: