Kondensatorenwerk Görlitz "Wilhelm Pieck"

  • Gründung des VEB Kondensatorenwerk  Görlitz im Juli 1952 (Quelle 063)
  • Vom Rat wird für den Betrieb das Grundstück Uferstraße 5-6 zur Verfügung gestellt. Zu dieser Zeit beherbergte das Objekt Betriebe verschiedenster Art: eine Diamantschleiferei, eine Chemische Reinigung und Färberei, einen Dampfkesselbau, Herdplattenherstellung, Fahrradreparaturwerkstatt, und eine Kofferfabrik. Die Anfertigung der notwendigen Einrichtungen, wie Wickelplätze, Montagetische, Stühle, Regale und Transportkisten übernahm der VEB Waggonbau Görlitz. (Quelle 063)
  • Im Juli 1952 begannen 27 Frauen mit der Arbeit in dem Betrieb. Ende des Jahres hatte das Kondensatorenwerk bereits 163 Mitarbeiter. (Quelle 063)
  • Die ersten Erzeugnisse, welche das neue Werk verließen, waren vaselineimprägnierte Papierwickel, welche in ein Glasrohr eingebaut und stirnseitig mit Bitumenmasse vergossen wurden. Verwendet wurden sie damals hauptsächlich in Rundfunk- und Fernsehgeräten. (Quelle 063)
  • Erlangung der juristischen Selbständigkeit am 1. Januar 1954. (Quelle 063)
  • Von 1956 – 1969 stand die Produktion des neu entwickelten „Gewaplast-Kondensators“, eines Papierkondensators in „ungeschützter“ Ausführung im Vordergrund. (Quelle 063)
  • Parallel dazu wurden feuchtigkeitsbeständigere „Duroplast-Kondensatoren“ entwickelt, die ab 1958 für das eigene Land und für den Export produziert wurden. (Quelle 063)
  • Mit der Verdrängung der Elektronenröhre durch die Halbleitertechnik bedurfte es auch der Entwicklung kleinerer Kondensatoren. Entwickelt wurde u.a. ein „Duroplast-Liliput“ (einlagiger Kondensator). (Quelle 063)
  • Im Laufe der 60iger Jahre wurde der Bedarf an immer kleineren Kondensatoren größer. Verschiedene Entwicklungen folgten diesem Trend. (Quelle 063)
  • Die Warenproduktion steigt zwischen 1952 und 1976 auf das 14,8-fache, die Zahl der Beschäftigten auf das 6,2-fache. (Quelle 063)
  • 1959 – Werk II – Biesnitz: In der früheren Gaststätte „Kulmbacher Postillion“ wird eine zweite Produktionsstätte eingerichtet. 1959 arbeiteten hier 58 Kollegen und Kolleginnen. 1976 waren es 91. (Quelle 063) (Quelle 064)
  • 1960 - Eröffnung des ersten Betriebskindergartens in der Schwarzen Straße (55 Kinder in 3 Gruppen). 1962 erfolgt der Umzug in ein Gebäude auf der Bergstraße (80 Kinder in 6 Gruppen). (Quelle 063)
  • 1963 – Werk III – Emmerichstraße 68: Seit dem Frühjahr 1963 arbeiteten hier 60 Mitarbeiter in den Fachbereichen Forschung und Entwicklung, Ökomomie, Beschaffung und Absatz, Hauptbuchhaltung und Gütekontrolle. 1976 waren es 90 Mitarbeiter. (Quelle 063)
  • 1963 - Werk IV – Otto-Buchwitz-Straße 8 (Luisenstraße 8) – Die neue Produktionsabteilung entstand in den ehemaligen Räumen des Ostsachsendruck in einem Seitengebäude dieses Grundstückes. (Quelle 063)
  • 1965 – Durch den Erwerb der an das Objekt Uferstraße angrenzenden Räumlichkeiten der ehemaligen „Mechanischen Werkstätten“ wird das Hauptwerk in der Uferstraße erweitert. (Quelle 063)
  • 1965, im Mai, beginnt die Zusammenarbeit des Kondensatorenwerkes mit der Zgorzelecer Produktionsgenossenschaft PSUW. Ab April 1966 werden dort, in zwei neuen, mit Ausrüstungen des Görlitzer Betriebes eingerichteten Wickelsälen Kondensatoren produziert. (Quelle 063)
  • 1965, am 12. Juli, konnte in der Thälmannstraße 8 ein zweiter Betriebskindergarten seiner Bestimmung übergeben werden. Am 1. September erfolgt der Umzug dieses Kindergartens in das Grundstück Alexander-Puschkin-Straße 8 (120 Kinder). (Quelle 063) (Quelle 064)
  • 1965 beginnt der Betrieb mit der eigenen Berufsausbildung. In den Anfangsjahren erfolgt die Ausbildung als Mechaniker für elektronische Bauelemente und als Elektromontierer (Quelle 064)
  • Seit 1966 arbeiten auch 174 polnische Frauen in den Görlitzer Betriebsteilen. (Quelle 063)
  • Im Jahr 1968 wird in Zgorzelec ein zweites Werk eröffnet. 1973 folgte das Werk III. (Quelle 063)
  • 1970 – Aufbaus des Betrieb-Kinderferienlagers „Ernst Thälmann“ in Commerau bei Klix. (Quelle 064)
  • Ab 1972/73 übernimmt das Kondensatorenwerk die gesamte Produktion von Styroflexkondensatoren für die CSSR. (Quelle 063)
  • 1973 – zusätzliche Lagerflächen im Gebäude Brautwiesenstraße 5 (ehemalige Obstreiferäume einer privaten Firma) (Quelle 063)
  • 1974 wird ein ESER-Rechner (ES 1010) installiert und damit die gesamte Datenerfassungstechnik umgestellt. Die Lochkarte wird durch Lochstreifen ersetzt. (Quelle 064)
  • 1977 liefert das Werk Kondesatoren in folgende Länder:
    • Sozialistisches Weltsystem: Albanien, Bulgarien, China, CSSR, Jugoslawien, Korea Kuba, Polen, Rumänien, Ungarn, Vietnam
    • Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet: Ägypten, Argentinien, Belgien, Brasilien, BRD, Frankreich, Griechenland, Indien, Libanon, Niederlande, Nigeria, Norwegen, Pakistan, Spanien, Sri Lanka (Ceylon), Syrien, Türkei, Uruguay (Quelle 063)
  • 1976 – Das Kondensatorenwerk übernimmt die frei werdenden Räume der „Sächsischen Zeitung“ im Vorderhaus Luisenstraße 8 und zieht mit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung dahin. (Quelle 063)
  • 1976 erfolgt die Verlagerung der Produktion von MP-Gleichspannungskondensatoren aus Görlitz nach Ungarn. (Quelle 063)
  • Am 31. Dezember 1976 hat der Betrieb 1009 Beschäftigte. (Quelle 063)
  • Seit 1978 werden Facharbeiter für Anlagentechnik und Elektromechaniker, EDV-Facharbeiter, Wirtschaftskaufleute, Facharbeiter für Schreibtechnik, Instandhaltungsmechaniker, Facharbeiter für Fertigungstechnik und Köche ausgebildet. (Quelle 064)
  • Am 12. Juni 1981 erfolgt die Grundsteinlegung für einen Produktionsgeschoßbau in der Girbigsdorfer Straße. Dieses fünfgeschossige Gebäude, in mehreren Bauabschnitten in Betrieb genommen, wird 1988 endgültig fertiggestellt. (Quelle 064)
  • Ab dem 1.9.1986 erfolgt die Ausbildung von Facharbeitern für elektronische Bauelemente und von Elektronikfacharbeitern. (Quelle 064)