Weberstraße 11

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Webergasse 11, An der Bank Nr. 2 (407), war ursprünglich ein Bierhof, der aber mindestens um 1675 eingegangen ist. Der ganze wuchtige Bau macht den Eindruck, als stamme er bald nach dem Dreißigjährigen Kriege. Das Portal nach der Webergasse ist jünger, es hat oben einen Anker mit den umschlingenden Buchstaben J.G.G. = Johann Gotthelf Geißler, der seit 1779 Besitzer war und, erst Gehilfe in der Michael Schlegelschen Handlung, 1799 eine eigene Handlung gründete. Er ist der Vorfahre der v. Geißler auf Leopoldshain. Er saß seit 1789 im Rate und starb 1805. Sein Sohn Karl Gotthelf Geißler wurde Besitzer des Hauses und der väterlichen Handlung und dankte 1833 als Schöppe ab. Er besaß auch Webergasse 14. Bei ihm logierte in der Franzosenzeit wiederholentlich Murat ). Sonstige Besitzer: Die Familie Schön von etwa 1675 bis 1725, Dr. med. und Schöppe Carl Adolph Dietrich (gest. 1795). 1813 wohnt dort zur Miete der Syndikus Christian Gottwald Lessing (1779 bis 1853), der ein ganz hervorragender Verwaltungsmann war und zu der berühmten Kamenzer und Hoyerswerdaer Familie Lessing gehörte, aber jetzt leider vergessen ist. Er wurde am 1. Januar 1833 in den Ruhestand versetzt. 1815/16 erwarb das Haus der Ratmann und Schöppe Dr. Carl Gottlob Brotze ). Als man 1845 die anstoßende Stadtmauer abbrach, mußte man die Strebepfeiler, die den weitausbauchenden Bau stützten und weit nach Süden reichten, abbrechen; an ihre Stelle kamen zwei andere.
Die bisher angeführten Häuser der Webergasse wurden zum Neißeviertel gerechnet, die folgenden der westlichen Webergasse zum Frauenviertel.

 

Splitter:

Restaurationen / Gaststätten  
Quelle Rubrik Name Adresse
AB 1913/14 Restauration Zur Reichsbank  Weberstraße 11

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