Waage - Untermarkt 14

Am östlichen Ende der mittigen Bebauung des Görlitzer Untermarktes (sog. „Zeile“), befindet sich die „Waage“.

In diesem Gebäude wurden die in der Stadt eintreffenden Waren registriert, bewertet und verzollt.

Aufbauend auf ein spätgotisches Untergeschoss entstand hier um 1600 ein äußerlich schlichtes Renaissancegebäude. Bestimmend für die Fassade sind die dem Erdgeschoss vorgesetzten Säulen mit ihren ionischen Kapitellen und den Büstenkonsolen. 3 der Büsten sind konkrete Bildnisse: die Figur mit dem Zirkel stellt Jonas Roßkopf, den Baumeister des Hauses und Nachfahren Wendel Roßkopfs, die Figur mit der Kelle den Maurermeister Elias Ebermann und die mit dem Gewicht den Waagemeister Andreas Alert dar. Die anderen Figuren sind Phantasiegestalten.

Im Inneren das Hauses sind ein nahezu das gesamte Erdgeschoss überspannendes spätgotisches Gewölbe und in den Obergeschossen mehrere bemalte barocke Holzbalkendecken erhalten.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

An der Südostseite der Zeile stand seit den ältesten Zeiten die Waage. Das jetzige Gebäude ist auf früherer gotischer Grundlage, die wohl 1453 zu setzen ist, im Jahre 1600 von Jonas Roßkopf, einem Sproß der berühmten Baumeisterfamilie, erbaut, der auf Säulen sein Steinbild, das des Maurermeisters Elias Ebermann und des Wagemeisters Andreas Alert und sonstige Köpfe anbrachte; im Innern findet sich ein Schlußstein mit dem Namen des Bartholomäus Scultetus und der Jahreszahl 1600. Bis 1823 war in der Waage auch die Akzise untergebracht; dort tagte auch der Gewerbeverein (gegründet 1831), er hielt daselbst auch Ausstellungen. Nördlich an die Waage stieß die untere Garküche (Nr. 15), genannt das Lamm, ein Privathaus, in dem bis 1801 ein Fleischer und Koch wohnte und das sich schon um 1430 dort nachweisen läßt. -

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