Untermarkt 25

Das Gebäude Görlitz, Untermarkt 25 wird in seinen wesentlichen Bestandteilen der Renaissance zugeordnet. Seine Lauben und eine ganze Reihe von Details im Inneren deuten aber auch hier auf eine ältere Baugeschichte als die der Renaissance hin.
An dieser Stelle soll insbesondere auf eine erhaltene Maßwerkbrüstung in der Haushalle hingewiesen werden. Der Fachmann erkennt diese ältere Geschichte aber auch an der überlieferten räumlichen Situation. Wie auch in anderen Gebäuden verbergen auch hier barocke Stuckdecken ältere bemalte Holzbalkendecken der Renaissance. Deutlich ablesbar ist im 1.Obergeschoss auch die barocke Ergänzung eines gotischen Portals.

Eine für die Görlitzer Baugeschichte besondere Situation stellt das Hauptportal unter den Lauben dar. Vermutlich aus Platzgründen verzichtete man hier bei der Gestaltung des Einganges auf den Architrav.

 

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Das Nachbarhaus Untermarkt 25 hat einen malerischen Lichthof mit schönem Geländer und Brüstungen und einem gotischen Innenportal. Das Eingangsportal unter den Lauben zeigt Renaissancestil. Ein Wappen, das jetzt über der Oeffnung nach der Petersgasse hängt, gibt Kunde, daß einst die Ender von Sercha im Hause wohnten. Zur Zeit der Pulververschwörung und bis um 1480 wohnte hier Peter Haupt, um 1485 der gutherzige reiche Bürgermeister Niclas Mondenschein (gest. 1494), um 1510 Klaus Köhler, der Schwiegersohn Georg Emerichs, Besitzer des Dorfes Hermsdorf. Seine Witwe heiratete den Georg Aspe. Um 1675 besaß es Ignatius Möller (gest. 1683), Herr auf Deutsch-Ossig, 1700 und 1725 der Dr. med. Balthasar Dietrich, der auch Bürgermeister war (gest. 1729), 1753 der Kaufmann und Aelteste der Würz- und Seidenkrämer Karl Heinrich Bellmann, 1813 wohnte zur Miete dort der Gold- und Silberarbeiter Levi. Das Haus hat eine bedeutende Tiefe.

Die folgenden Häuser, Neißstraße Nr. 5, 4, 3 bis zum Hirsch Nr. 2, haben nichts Bemerkenswertes. - Von der Südseite (an der Einbuchtung) Hainwald 1 (Neißgasse 6) führte einst hinter den Häusern der Neißgasse nach Untermarkt 25 (323) das Pfannengäßchen, wohl so genannt, weil es zur Ueberführung der Braupfanne von dem Brauhof Hainwald 1 nach Untermarkt 25 diente. Das Gäßchen hieß auch Feuergasse. Am Hirsche, Neißgasse 1 und 2, baute 1723 der Akzise-Prokurator Pösner 6 Pfeiler zur Befestigung seines Hauses auf und erregte dadurch den Widerspruch der Stadtbehörde. Pösner ließ auch nach der Neißgasse damals Kramen durchbrechen. - Als man 1710 das Steinpflaster vom Rathause über den Untermarkt und die Neißgasse hinab bis zum Tore erneuerte, schaffte man die Rinne mitten in der Neißgasse ab ).

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