Sporrergasse (Wurstgasse)

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Wurstgasse.

Der Name ist mir erst seit 1698 bekannt ). 1728 findet sich daneben Sporgasse ). 1847 nannte man die Gasse auch Mitteljüdenring, erst damals wurde von der Stadtbehörde der Name Wurstgasse festgelegt. Vor dem Brande 1717 waren hier auf beiden Seiten zusammen 6 Häuser, die aber damals abbrannten, von denen auf der Abendseite nur drei aufgebaut und auf der anderen nur eins. Drei wüste Stellen, jetzt Eckhaus Wurstgasse 1 (179 a) oder Jüdenring 7, kaufte 1725 der bekannte Ordinarius M. Melchior Schäfer und baute das Haus zu einer Armenschule, (für Witwen und Jungfern) und für Sing- und Unterrichtszwecke auf und schenkte es kurz vor seinem Tode der Stadt. Unter den Trümmern des alten Hauses fand man einen Stein mit der Aufschrift: „Gottes Wort bleibt ewig, anno domini 1556. A. H. J. H. K.“ Diesen ließ Schäfer wieder einsetzen und dazu einen neuen mit den Worten: „Das ist aber das Wort Christi“  ). Das Haus steht in den Geschoßbüchern noch lange unter dem Namen M. Schäfer, „welcher das Haus dem Publikum geschenkt“. Der Rat verkauft es 1781 an das Handwerk der Leinweber (Züchner) ), die es 1811 an eine Privatperson veräußern,