Sporergasse 8

Das Gebäude Sporergasse 8 ist das Wohnhaus des ehemaligen Stadtmaurers Samuel Suckert.
Es entstand 1720 nach dem Stadtbrand des Jahres 1717 auf den Grundstücken zweier Vorgängergebäude. Typische Merkmale der Architektur Suckerts sind die einfachen Satteldächer anstelle der damals häufiger angewandten Mansarddächer und plastisch, aber flach und schlicht dekorierte Fassaden.
Im Erdgeschoss des Hauses ist noch ein barockes Kreuzgratgewölbe erhalten.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Wurstgasse 8 (180) bestand vor dem Brande 1717 aus zwei Stellen. Die eine besaß der Maurermeister Samuel Suckert, der dann 1720 auf seiner und einer zugekauften wüsten Stelle ein Haus baute. Bis 1901 trug die Vorderseite auf einem Stein folgende Inschrift: „Es bleibt noch immer wahr: Wer seinem Gott vertraut / Der soll nach Feuers Not und Kummer und Beschwerden / Von seiner Vater Hand nicht gar verlassen werden. In dieser Zuversicht ist dies Haus aufgebaut von Meister Samuel Suckerten a. 1720.“ Der Stein wurde 1901 in den Hof gelegt. Suckert hat nach dem Brande von 1717 und später große Verdienste um den Aufbau der städtischen Gebäude. So hat er 1725 ff. Neißgasse 30 als ausführender Maurermeister errichtet, desgleichen auch den oberen Teil des Ratsturmes 1742 ff.

In der Gegend der Wurstgasse lag auch das sogenannte „Himmelreich“. 1420 und 1452 wird ein Haus in der Langengasse gelegen bei dem Himmelreiche genannt ). Verfolgt man die Besitzernamen an der Hand der Geschoßbücher, so kommt man auf die südliche Wurstgasse. Der Name war wohl schon um 1500 verschollen ).