Reichenbacher Turm

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Der Reichenbacher ist der höchste der Görlitzer Türme. Die erste Erwähnung des Turmes fällt in das Jahr 1376. Zu dieser Zeit bestand der Turm aber nur aus dem rechteckigen Teil und dem direkt darüber angeordneten Wehrgang. Erst 1485 erhielt er seinen zylindrischen Aufbau und trug bis 1782, als er seine barocke Haube, ein steiles gotisches Dach.

Heute beherbergt der Turm eine Ausstellung des Kulturhistorischen Museums der Stadt Görlitz und ist bis in die Höhe der ehemaligen Türmerstube begehbar.

Die Wappen an der Außenseite des Turmes sind die der 6 Städte des gleichnamigen Bundes aus dem Jahr 1346 und die der Länder, zu denen Görlitz im Laufe seiner Geschichte gehörte.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Reichenbacher Turm und Tor.

Der Turm wird zuerst 1376 erwähnt ). Die jetzige Gestalt erhielt er nach den Chroniken 1485, wo er „kostbar und zierlich gebaut wurde“. Nach dem Stadtbilde von 1565 ragt die Turmspitze hoch aus einer Reihe von Giebeldächlein heraus, die Spitze wurde 1736 um 3 Ellen erniedrigt, auch 1782 geschah eine Erniedrigung; 1869 wurde der Durchgang für die Fußgänger angelegt. Der Turm ist nach dem übereinstimmenden Urteil aller Kenner nicht bloß die Perle aller schlesischen Türme, sondern einer der prächtigsten in Deutschland überhaupt; die lebensvolle, dabei einfache Art seines Aufbaues, bei dem das untere Viereck wie von selbst durch ein Achteck und Pultdach in einen Zylinder und dieser in eine schöne und scharf begrenzte Spitzkuppel in Zopfform übergeht, die prächtigen, in schön geometrischen Abständen befindlichen Wehrumgänge und Spitzbogenfriese bringen ein überaus malerisches Bild hervor. 1641 bei der Belagerung wurde er ziemlich durch Kanonenkugeln beschädigt, deren Spuren man jetzt noch bemerken kann. Der Zusammenhang mit dem Kaisertrutz und den drei Toröffnungen ist schon oben (S. 535 ff.) angeführt. Dort ist auch von der Brücke die Rede.

 

Literatur:

weiterführende Texte: