Rathaustreppe

Die geschwungene Rathaustreppe gehört ebenfalls zu den Werken Wendel Roßkopfs und ist auf die Jahre 1537/38 datiert. Die entsprechende Inschrift befindet sich unterhalb der Verkündigungskanzel.
Die Treppe diente als repräsentativer Zugang zum Gerichtsflügel des Rathauses, der aber auch als Tanzsaal der einflussreichen Bürger der Stadt diente. Die Justitia und deren Baluster, die den Endpunkt des linken Treppengeländers zieren, entstand erst 1591, also 53 Jahre nach der Fertigstellung der Treppe durch Roßkopf.
Beide Kunstwerke wurden während des Krieges ausgelagert und und nur die Säule kehrte 1962 nach Görlitz zurück. 1951/52 beschloss der Rat der Stadt Görlitz die Aufstellung einer Kopie, um das Ensemble vollständig präsentieren zu können. Als Symbol für die in der Stadt geltende freie Gerichtsbarkeit trägt sie keine Augenbinde.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Die berühmte Rathaustreppe an der Ecke der Brüdergasse ist 1537/38 gebaut, wie sich aus der Beschriftung und dem Steinmetzzeichen Wendel Roßkopfs, das neuerlich in der Fortsetzung der Treppe innerhalb des Rathauses gefunden wurde, ergibt. Denn dieser hochberühmte Meister, der den Stil der Renaissance in Görlitz und Schlesien einführte, ist der Erbauer. Die Säule mit der Justitia ist erst 1591 eingesetzt; das Wappen an der Turmseite ist das des Landesherrn, des ungarischen Königs Matthias Corvinus, und ist schon 1488 angebracht ).

weiterführende Texte:

historischer Pressespiegel:

Der Schönhof und das Rathaus in Görlitz