Peterstraße 7

Das Gebäude Peterstraße 7 wird dem Görlitzer Renaissancebaumeister Wendel Roßkopf d.Ä. zugeordnet.
Es entstand aus verschiedenen Baukörpern der Nikolaistraße, deren Geschoßlagen bis heute variieren.
Die heute erlebbare Renaissancefassade mit ihrer schwarzen Putzquaderung und den erhabenen helleren Fugen (Sgraffito) und der Staffelgiebel (1895 entsprechend anderen Vorbildern in der Stadt aufgesetzt) wurden 1985 bei Restaurierungsarbeiten nach vorliegenden Befunden wiederhergestellt. Die Fassade in der Nikolaistraße geht auf barocke Befunde zurück.
Das Renaissanceportal ist auf das Jahr 1544 datiert. Ähnlich gestaltete Portale dieser Zeit sind außerdem an den Gebäuden Kränzelstraße 27 ("Goldener Anker"), Untermarkt 23 und Brüderstaße 10 erhalten. Links neben dem Portal befindet sich noch ein spätgotischer Ladeneinbau.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Nr. 7 (281), Eckhaus an der Nikolaigasse, hat ein kräftig gezeichnetes Rundbogenportal aus dem Jahre 1544. Der Giebel ist in Nachahmung sonstiger Görlitzer Formen erst 1895 nicht ungeschickt aufgesetzt. Im Inneren finden sich Stuckdecken. Bis 1495 besaß den Brauhof Wolfgang Richter, ein Goldschmied, dann der Krämer Hans Brückner (gest. 1505), von dem es im Ratsarchive ein wichtiges Geschäftsbuch von 1476 bis 1496 gibt, dann Lorenz Maucke, weiter der Ratsherr Simon Hockener, sein Nachfolger war Fabian Lindener. Die Witwe Brückners (gest. 1517), Ursula, Heinze Schmidts Tochter, hatte in weiteren drei Eheverbindungen den Besitz an die drei genannten Männer gebracht  ). Um 1775 finden wir hier den Oberstadtschreiber Christian Gravier, dessen Frau, Tochter des Kaufmanns Emanuel Frölich, ihm das Haus zugebracht hatte. 1811 erbte den Hof die Frau des Bürgermeisters Samuel August Sohr, geb. Frölich.