Peterstraße 17

Das Gebäude Peterstraße 17 wird etwa auf das Jahr 1560 datiert. Die Gliederung der Fassade folgt dem Gestaltungsprinzip des Schönhofs, des Goldenen Baumes und dem der Häuser Untermarkt 23 und 24 (Ratsapotheke).
Zwischen den Fenstern und seitlich derselben befindet sich je eine ionisierende Säule, die auf attischen Basen und Trommelpostamenten steht und deren Kanneluren im unteren Drittel mit Pfeifen besetzt sind. Fenster- und Brüstungszonen sind durch Gesimse friesartig zusammengefasst und im Bereich der durchlaufenden Vertikalen gekröpft.
Die Sohlbank des 1. Obergeschosses fehlte lange Zeit und wurde nach dem Rückbau der Fenster auf ihre ursprüngliche Größe während der Sanierungsarbeiten 2001 wieder ergänzt. Die Fenster besitzen die für die deutsche Renaissance insgesamt typischen Faszien und zusätzlich eine beidseitige Kannelur. Man kann davon ausgehen, dass auch dieses Haus ursprünglich einen Giebel besaß, der diese Gestaltung bis in den Bereich des Daches fortsetzte. Die Rundbögen im Erdgeschoss gehen auf Veränderungen des 19. Jahrhunderts zurück.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Nr. 17 (322) zeigt in der Straßenseite in den Obergeschossen noch unversehrte eindrucksvolle Renaissanceformen mit ionischen Säulen. Der Dachaufbau ist wohl jünger. Besitzer 1472 und 1480 Lorenz und Bernhard Goldschmied, 1539 bis 1545 Jorge Peitzener, 1547 bis 1560 Coelestin Goritz, 1671 ff. der ehrenhafte, kunstreiche und wohlbekannte Kunstmaler Johann Geysius, der uns das schöne, große Bild der Schützenmahlzeit geschenkt hat ), 1700 der Kaufmann und Wagenmeister Georg Schicht (gest. 1723), in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wohnten dort die Pelzwarenhändler und Kürschner Valentin Fritzsche und Johann Wilh. Klotte, seit 1829 der Horndrechsler Karl Anton Steffelbauer. -

 

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