Peterstraße 16

Das Gebäude Görlitz Peterstraße 16 ist das größte Hallenhaus der Stadt. Die vergleichsweise schlichte barocke Fassade verbirgt eine baugeschichtliche Zeitreise im Inneren des Hauses.
Bereits in der erdgeschossigen Halle wählen Sie im hauseigenen Restaurant Ihren Platz zwischen Romanik, Gotik oder Barock. Hier sind, deutlich ablesbar, mehrere Bauepochen und Hausachsen erhalten und werden nun geschickt als ein gemeinsamer Gastraum präsentiert.
Die Zeitreise beginnt unter einem romanischen Gewölbe, welches zum Teil Bestandteil eines der ältesten, noch erhaltenen mittelalterlichen Gebäude der Stadt Görlitz ist.
Die Türöffnung in der Schildwand des Gebäudes deutet auf eine ursprüngliche Zweigeschossigkeit hin. Vermutlich gehörte dieser Hausteil zu den ältesten Görlitzer Freihöfen, so weit sie noch heute erlebbar sind.
Das benachbarte Springrippengewölbe ist auf die Zeit um 1450 datiert, entstand also in der Blütezeit der Stadt Görlitz. Die Wölbung der südlichen Teile des heutigen Gastraumes wurde vermutlich erst nach dem Stadtbrand 1717, also im Barock, ausgeführt.
Aus der gleichen Zeit stammt auch die Zentralhalle, übrigens die größte der Stadt, wie man Sie heute erleben kann. Eine vermutlich bereits vorher existierende, aber durch einen Brand zerstörte Haushalle wurde dabei überbaut und vergrößert.

Zusätzliche Gasträume für ganz besondere Gelegenheiten befinden sich auf dem Niveau des 1. und 2. Obergeschosses im Renaissancesaal und in der Gloriakapelle, der gotischen Hauskapelle des Hauses.
Des Weiteren wurden bei den Sanierungsarbeiten in den Obergeschossen verschiedene barocke Stuck- und bemalte Holzbalkendecken entdeckt und wiederhergestellt.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Nr. 16 (321) Barockbau, im Norden eine kleine Oeffnung mit Renaissanceformen, im Innern ein malerischer Lichthof. Besitzer war 1430: Konrad organista ), dann der überaus tüchtige Stadtschreiber Johann Bereit von Jüterbogk (gest. 1472)  ), 1472, 1505 Leonhard Cromer (gest. 1507/08), 1515 Thomas Cromer (die Familie blüht noch jetzt unter dem Namen Kromeyer), 1539, 1545 Jorge John, 1627, 1664 Sebastian Franke, der uns die Historiae relationes schenkte, 1775, 1790 der Postschreiber und Weinkaufmann Aug. Friedr. Clausnitzer (siehe oben Untermarkt 19), seit 1850 Tischlermeister Ernst Boden.