Nikolaistraße 7

Das Haus Nikolaistraße 7 ist das Eckhaus zum Karpfengrund und seiner baugeschichtlichen Zuordnung nach ein schlichter Barockbau.
Das Haus wurde während des Brandes 1691 zerstört und ab 1697 unter Zufügung eines benachbarten Grundstückes wieder neu errichtet. Die Überbauung des Zuganges zum Karpfengrund in Richtung Stadtmauer erfolgte 1713. Nach erneutem Brand 1717 wurde das jetzige Gebäude erbaut.
Auf dem Mittelrisalit zwischen den beiden Obergeschossen findet sich eine Kartusche in deren Schild die Inschrift: “Ad nutum dei“ zu lesen ist.
Interessant ist auch das darunter befindliche Chronostichon: „zV aLLen Vnsern Thaten MVss Vns Der höChste rahten“. Die markierten Buchstaben ergeben die römische Zahl MDCLLVVVV, also 1720.
Im Inneren sind barocke Stuckdecken und ein hölzernes, in Windungen geschnitztes Treppengeländer erhalten.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Nikolaigasse 7 (287), Eckhaus mit dem Eingangstore zum Karpfengrunde, ein einfacher Barockbau. In einem wappenähnlichen, kunstvollen Gebilde steht Ad nutum dei und darunter in einem Schilde das Chronostichon: zV aLLen Vnsern Thaten MVss Vns Der höChste rahten; die markierten Buchstabenzahlen MDCLLVVVV ergeben 1720. Das Haus war durch den Brand von 1691 niedergelegt, bei dem Aufbau wurde wohl 1697 eine wüste Stelle dazugeschlagen. Der Überbau nach der Stadtmauer ist wohl 1713 geschehen. Der Brand von 1717 legte das Haus wiederum darnieder, worauf der Neubau in der jetzigen Form erfolgte. Im Innern finden sich barocke Stuckdecken und ein hölzernes, in Windungen geschnitztes Treppengeländer, wie es um diese Zeit öfter vorkommt, so Nikolaigasse Nr. 2. Besitzer: 1675 der Ratsschösser Samuel Meirich (gest. 1689) aus Lauban, dann Dr. jur. und Schöppe Daniel Meirich (gest. 1712), 1750 Johann Gotthardt Gösings (gest. 1745) Erben, 1775 Maria Victoria Schönborn, geb. Gösing.