Nikolaistraße 14

An dem Gebäude Nikolaistraße 14 lassen sich sehr deutlich die verschiedenen Entwicklungsstufen des Hauses ablesen. Neben dem spätgotischen Portal und gotischen Fenstern mit unterschiedlich vielfacher Stäbung stehen in der Fassade auch Fenster der Renaissance mit den für diese Zeit typischen Faszien.
Typisch für die Zeit der Renaissance ist auch die auffällige Gestaltung der Fassadenfläche rund um das Portal. Ein solcher Sgraffitoputz findet u.a. auch bei dem gegenüberliegenden Gebäude Peterstraße 7. Die beiden Pilaster und die Kartusche entstammen der Barockzeit um 1720.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Nikolaigasse 14 (294), Eckhaus an der Krebsgasse. Im 1. Obergeschosse haben zwei Fenstergewände spätgotische Umrahmung mit sich überschneidenden Stäben, die anderen Fenster haben verkröpfte Renaissancefascien. Zwei Pilaster und eine Kartusche (mit jüngst eingefügten Buchstaben P. S.) weisen auf die Barockzeit um 1720. Besitzer: 1628 Zacharias Keßler (gest. 1644) auf Girbigsdorf, 1675 seine Witwe Rosina Keßler, geb. Heintze (gest. 1679), 1700 Anna Rosina (gest. 1702), Witwe des früheren Baders, späteren polnischen Fähnrichs und Kaiserlichen Rats Balthasar Teitz v. Guldenstern ) auf Mittel-Königshain. Eine Tochter Balthasars, Eva Christina, vermählte sich mit dem Görlitzer Ratmann Johann Ferber, weshalb das Haus 1725 in Ferberschem Besitz erscheint. Durch Heirat kam es dann an den Kaufmann Johann Gottfr. Klose (gest. 1768) aus Lauban, Herrn auf Rauschwalde.

 

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