Neißstraße 9

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Ein Teil der Nordseite der unteren Neißgasse hat unter den Häusern kleine Lauben mit einem „Gange“ für Fußgänger. Schon um 1330 liest man von einem Hofe unter dem Gange ). Von den Häusern daselbst hat Nr. 9 (333) ein Barockportal mit der Beschriftung  A.G.G. (Anton Gotthard Geisler, ein Bäcker) 1726. In Nr. 11 (335) wohnte 1775 der Landsteuersekretär, später Schöppe Gottfr. Erdmann Petri (1739-1803), der der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften eine Stiftung für Preisarbeiten machte. Nr. 10 (334) ist, wie Nr. 9, ein altes Bäckerhaus, in dem 1675 und 1700 Christoph Wentscher sein Handwerk betrieb ). Nr. 8 (332), ein Brauhof von bedeutender Breite, zeigt unbedeutende Barockformen. In ihm finden sich 1750 der Amtssekretär Heinrich Gottlob Modrach auf Holtendorf (gest. 1756), dann der Schöppe und Bauinspektor, später Bürgermeister Joh. Gottlob Modrach (gest. 1802), dann Heinrich Gottlob Modrach (gest. 1818).