Neißstraße 19

Wie bei den Görlitzer Gebäuden Neißstraße 20 und 22 handelt es sich bei dem Objekt Neißstraße 19 um einen historischen Brauhof.
Die Kelleranlagen dieses Hauses gehen in ihrer Geschichte bis auf die Romanik zurück. In der obersten Kellerebene ist noch ein gotisches Schulterbogenportal zu finden.
An der Fassade finden sich eine Reihe von barocken Details. Dazu gehört das Portal mit dem durch eine Krone verzierten Schlussstein. Auf diesem ist folgende Inschrift zu lesen: “Gott hilffet, Gott hat geholffen, Gott wird helffen 1727“. Über dem schwach vortretenden, durch zwei Pilaster zusammengehaltenen Mittelrisalit erhebt sich ein Giebelfeld, über dem zu beiden Seiten eines Ochsenauges 2 weibliche Figuren mit Füllhörnern als Relief angebracht sind. Ursprünglich zierten drei weitere weibliche Vollfiguren den Giebel. Sie gingen durch Kriegseinwirkungen verloren.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Neißgasse 19 (343) ist ebenfalls ein Brauhof. An dem mit einer Krone geschmückten Schlußstein der barocken Einfahrt steht: Gott hilffet, Gott hat geholffen, Gott wird helffen 1727. Ueber dem schwach vortretenden, durch zwei Pilaster zusammengehaltenen Mittelrisalit erhebt sich ein Giebelfeld, über dem zu beiden Seiten eines Ochsenauges zwei weibliche Figuren mit Füllhörnern in Relief angebracht sind, während zu beiden Seiten des Giebels und oben auf dem Giebel drei andere weibliche Vollfiguren sich erheben. Ein Christuskopf über der Mitte des zweiten Obergeschosses ist wohl vom alten Gebäude übernommen. Besitzer: 1675 und 1700 der Advokat und Bürgermeister Christian Wiedemann (gest. 1704), dann dessen Schwiegersohn Dr. jur. und Schöppe Gottfried Hedluff (gest. 1725), dann Dr. med. und Stadtphysikus Johann Ehregott Hedluff (gest. 1750) und seine Witwe Christiane Eleonore, geb. Modrach (gest. 1784), 1790 Karl Andreas v. Meyer zu Knonow (gest. 1797), vortrefflicher Physiker und Tonkünstler, seit 1764 auf Rothenburg usw., 1813 Tuchfabrikant Friedr, Gotthelf Ender.