Laubaner Straße

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Laubaner Straße. Sie ist erst seit 1470 ff. durch Aussetzung von Vorwerken mit Häusern besetzt ). Die Unterhaltung der Straße lag bis 1831 der Stadt, seitdem dem Fiskus ob. Die nur notdürftige Befestigung des Straßendammes machte den Fährverkehr recht schwierig, weshalb sich schon frühe Vermächtnisse für Besserung der Straße finden ). In Nr. 4 (1027) findet sich eine Sonnenuhr vom Jahre 1715 und die Buchstaben G.L. Die Buchstaben gehen wohl auf Georg Lochmann, der freilich erst 1739 als Besitzer des Grundstückes sich erweisen läßt ). Vielleicht ist die Sonnenuhr von einem anderen Gebäude 1739 nach Laubaner Straße 4 übernommen.

Von der Laubaner Straße zweigt sich nach ONO die Pfenniggasse ) bis zum Stadtgraben ab, eine Art Nebenweg, der bei der Eisenbahnunterführung in den Hauptweg nach dem Niederhof Leopoldshain einmündet. Der Name wird daher kommen, daß man zu Zeiten diesen Nebenweg über die Laubaner Straße gegen Entrichtung eines bestimmten Geldes einschlug. 1779 findet sich dafür die verderbte Form „Pfändegasse“  ). Die jetzige Luftschenke, Laubaner Straße 18 (1040), ist erst 1836 auf einem Grundstück des Tuchmachermittels neu erbaut und 1861 und 1863 durch eine Kolonnade erweitert ). 1621 wird auf der Laubaner Straße der Langeweg genannt ).