Langenstraße 43

Das zweigeschossige Haus Langenstraße 43 wurde erst nach dem Brand 1717 errichtet und war das Wohnhaus des Gründers der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Karl Gottlob Anton.
Es repräsentiert in seinen Formen die Görlitzer Barockarchitektur dieser Zeit. Die Fassade ist geprägt durch einen vierachsigen Mittelrisalit, dem mittigen Portal und der durch geschwungene Verdachungen und eine mittige Kartusche hervorgehobenen Fenstergruppe über dem Portal.
Die Struktur des Grundrisses mit der links und rechts angeordneten Belichtung der Erdgeschosshalle findet sich auch in anderen Barockgebäuden dieser Zeit in Görlitz (Fleischerstraße 15, Langenstraße 41).

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Langengasse 43 (209), Ecke Fleischergasse 17. Lange Zeit genannt das Antonsche Haus, weil dort seit 1784 bis zu seinem Tode (1818) Karl Gottlob Anton, der Stifter der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, wohnte. Anton kaufte am 9. Dezember 1784 den Brauhof für 3020 Taler bar Geld; der Verkäufer aber behielt sich drei Stuben bis zu seinem und der seinigen Tode vor ). Der unmittelbare Vorbesitzer von 1780 bis 1784 war Johann Siegfried Fresser. Das Haus, ein vornehmer mittlerer Barockbau, hat ein kräftiges, wuchtiges Portal mit schön gezeichnetem Schlußstein und Monogrammschildern über den gekuppelten Fenstern des ersten Obergeschosses. Im Innern Stuckdecken. Das Gebäude ist 1719 aufgebaut von der Mutter des Oberamtsadvokaten Wolf Albrecht Schultz aus Schönberg, der 1751 starb. Der Oberamtsadvokat war der Oheim des rühmlichst bekannten Zeichners Johann Gottfried Schultz (1734-1819), der das Haus laut Testament bekam. 1706 hatte Friedrich Schultz, gewesener Pächter in Mengelsdorf, das Haus erworben. Vorher waren 1675 Johann Straphinus, Apotheker aus Neustadt in Mähren (gest. 1685), und der Bürgermeister Franz Straphinus auf Rauschwalde (gest. 1728) Besitzer. Die Witwe und zweite Frau Antons Ernestine Antonie Irmengard, geb. v. Kiesenwetter (1789-1878), aus Gruna - seit 1819 wieder verheiratet mit Karl Heinrich Traugott v. Gersdorff und 1834 zum dritten Male verheiratet mit dem Major Carl Adolph v. Unruh - verkaufte das Haus 1831. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging das Haus in fortdauerndem Wechsel von einer Hand in die andere. Um 1900 erwarb es der Verein für Verpflegungsstation, der es noch jetzt unter dem Titel Verein für Asyl und Stadtmission besitzt. Seit 1902 bis jetzt ist dort auch ein Betsaal für die Brüdergemeine.

 

Splitter:

Gasthöfe / Hotels    
Quelle Rubrik Name Adresse
AB 1897/98 Gasthof Goldenes Kreuz Langenstraße 43
AB 1905/06 Gasthof Zum Goldenen Kreuz  Langenstraße 43
AB 1919 Gasthof Goldenes Kreuz Langenstraße 43

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