Langenstraße 41

Das Haus Langenstraße 41 war nachweislich 1721 bereits in Bau.
Vier schlanke ionische, mit Girlanden verzierte Pilaster betonen den dreiachsigen Mittelrisalit. Die Fenster des Risalits im 1. Obergeschoss tragen geschmückte Giebel, die seitlich des Risalits muschelartige Verzierungen haben. Auch die Schlusssteine des 2. Obergeschosses sind mit flächigen Muscheln hervorgehoben.
Im Inneren ist ein barocker Saal erhalten, dessen Deckenplafond Parallelen zu dem des Hauses Nikolaistraße 3 aufweist. Im ovalen Mittelfeld der reich verzierten Stuckdecke befindet sich ein Gemälde, welches „Diana und ihr Gefolge“ darstellt. Die vier Eckmedaillons enthalten gemalte Putten.
Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1957 fand man noch Reste einer barocken Wandmalerei, eines aus Rosen bestehenden Girlandengehänges.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Nr. 41 (197), ein alter Brauhof, dessen Besitzer ich bis 1400 zurückführte. Die neunachsige Fassade hat eine gefällige Einteilung und einige freihändig aus dem Mörtel modellierte Zierate ). Im Innern findet sich Deckenstuck. 1917 wurden im ersten Stocke fesselnde Bilder (Diana) aufgedeckt. An den Stuckdecken finden sich die verschlungenen Buchstaben Ch.S. = Christoph Schneider. Die Bilder sind im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts gemalt. Das Haus ist das Stammhaus der Familie Gehler, denn ein Matthäus Gehler (gest. 1552) und ein Hans Gehler (gest. 1591) lassen sich von etwa 1525 an dort nachweisen. Der älteste nachweisbare Besitzer war das Ratsmitglied Hans Stutzemann um 1425. Das Haus ist bekannt als das Schrickelsche Haus. Denn 1786 ging es aus dem Besitze des Dr. med. und Landphysikus Christian Friedrich Baumeister an Christian Friedrich (von) Schrickel über, dessen Name noch durch den Schrickelschen Garten, durch die Schrickel-Eiche auf der Promenade und durch verschiedene Stiftungen bis jetzt einen guten Klang hat; er war von 1796 bis 1804 Herr auf Rothenburg, Geheege und Noes und ruht unter der Schrickel-Linde auf dem Nikolaifriedhofe. Besitznachfolger waren Kaufmann Bauernstein, Friedr. Rudolph Neumann seit 1855, E. Röhricht (seit 1889), Paul Heinsius. 1813 im Oktober war das Haus Sitz des Generalgouverneurs der Ober- und Niederlausitz, des Grafen von Reisach-Steinberg, den etwa am 25. oder 26. Oktober 1813 Ernst Moritz Arndt aufsuchte ).