Klosterplatz 20 - Gymnasium Augustum

Bereits zur Zeit der Franziskaner befand sich im Kloster eine Schule. 1565 wurde, nachdem der Rat der Stadt 10 Jahre zuvor vom letzten der Franziskanermönche die Klostergebäude übernommen hatte, die zu dieser Zeit bereits bestehende städtische Lateinschule in das leer stehende Kloster der Franziskaner verlegt und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an dieser Stelle betrieben. Erster Rektor der neuen Schule war ab 1565 Petrus Vincentus, der bis dahin als Dekan und Rektor an der Universität zu Wittenberg gelehrt hatte.

Nachdem der östliche Teil der Oberlausitz 1815 im Zusammenhang mit den Entscheidungen des Wiener Kongresses Bestandteil Preußens wird, verändern sich die Schulinhalte gravierend. 1816 werden an der Schule die ersten Abiturprüfungen abgenommen. Nach dem Abbruch der baufälligen Klosteranlage entstand an gleicher Stelle 1855/56 ein Schulneubau mit neogotischer Formensprache, wie er auch noch heute erlebbar ist.

 

Splitter:

aus: Görlitz und seine Umgebung, Ein Führer für  Fremde und Einheimische, 6. Auflage, 1900

  • Das Gymnasium, bereits vor mehr als 300 Jahren gestiftet – die Einweihung fand am 22. Juni 1565 statt – am Klosterplatz, zählt in 6 Klassen und drei Vorschulklassen gegen 520 Schüler. – Das in demselben Gebäude befindlich gewesene Real-Gymnasium, welches 1837 gegründet wurde, ist mit der Entlassung seiner letzten Abiturienten Ostern 1899 aufgelöst worden. An seine Stelle tritt nach einem Beschlusse der städtischen Behörden ein Reformrealgymnasium. – Beide Schulen besitzen sowohl Bibliotheken wie Naturalien-Cabinets und physikalische Apparate. In dem rechten Flügel befindet sich ein kleines aber hübsch ausgestattetes Observatorium, das auch eines der Brenngläser mit 12er Brennweite, durch deren Anfertigung sich Walther Ehrenfried v. Tschirnhaus Berühmtheit erworben hat, aufweist.