Jüdenstraße 1

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Jüdengasse 1 (258) ist seit 1901 ins Rathaus als Polizeigefängnis eingebaut. Hier wurde beim Abbruch an der nördlichen Grenzmauer ein Freskogemälde, die Kreuzigung Christi darstellend, aufgefunden. Es stammte etwa aus den Jahren um 1430. Wir können wohl annehmen, daß es der damalige Besitzer, der fromme Caspar Vechsel, malen ließ ). 1519 und 1525 finden wir in den Geschoßbüchern als Inhaber den Jeronymus Schneider, dem später die Ecke des Obermarktes und der Brüdergasse 18, s. oben S. 383, gehörte. Spätere Besitzer 1530, 1540 Nickel Magerstadt, 1558 Coelestin Goritz, 1592 der Kantor George Ronn, 1675 der Goldschmied Thomas Schmied. Seit 1902 ist hier ein Portal vom Fischmarkt 15 eingebaut, das, aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts stammend, in der Archivolte und Zwickel mit flachem Ornamente bedeckt ist und in stärkerem Relief im Schlußstein das umkränzte Brustbild des Heilandes mit der Dornenkrone trägt ). -