Handwerk 22

Das auffälligste Gebäude auf dem Handwerk ist vielleicht das Haus mit der Nummer 22 mit seiner sehr plastisch gegliederten Fassade aus dem Jahr 1717.
Einmalig für die Görlitzer Barockarchitektur sind die kräftigen Giebelbekrönungen und in ihrer besonderen Art deren Kartuschen. Stuckdecken der Bauzeit mit figürlichen Dekor und reicher Ornamentik ergänzen den barocken Bestand des Gebäudes im Inneren.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Handwerk 22 (400) ist ein beachtenswerter Barockbau aus dem Jahre 1717 (Jahreszahl ist im Hofe zu lesen); das Portal hat zu beiden Seiten über Eck gestellte und nach unten zu verjüngte Pfeiler und oben einen schönen Schlußstein inmitten einer wuchtigen Überdachung; die 4 Fenster des 1. Oberstockes tragen reiche Krönungen, oben hat die Fassade einen wuchtigen Abschluß. Die Hofseite ist sehr malerisch und zeigt auf zwei Seiten inmitten von 15 Balustern 2 Vignetten, deren eine auf den damaligen Erbauer Joh. Christoph Storch geht. In den Zimmern prächtige Stuckdecken, eine zeigend in vortrefflicher Arbeit ein Liebespaar. Besitzer: 1540 und 1558 Franz Puschmann, 1562 und 1578 Elias Schnitter, 1592 Georg Endermann, 1623 und 1628 Matthes Mücke, 1628 und 1674 Tobias Küpper, 1725 und 1750 Kaufmann und Schöppe Georg Lochmann (gest. 1757), 1759 und 1782 dessen Tochter, Frau des Stadtwachtmeisters Christian Gottlob Meirich, 1797 und 1806 Senator und Schöppe Christian Matthäus Friedrich Giese (gest. (806), dann seine Witwe Johanna Charlotte, Tochter des Johann Samuel Schmidt auf Nieder-Ludwigsdorf. Deren Tochter lernte 1813 der spätere Kreisgerichtsrat Anton Theodor Pius Fritsch (gest. 1868) kennen und nahm sie zur Frau ).