Handwerk 18 (Tuchmacherinnungshaus)

Das Haus Handwerk 18 ist das ehemalige Innungshaus der Görlitzer Tuchmacher und wurde zumindest bereits im 16. Jahrhundert als solches benutzt.
Eine Tafel an der Ostwand der Eingangshalle mit der inschriftlichen Datierung 1567 weist darauf hin.
1726 brannte das Haus ab und wurde in der Folge unter Einbeziehung älterer, erhaltener Hausbestandteile neu aufgebaut. Die meisten, bis heute erlebbaren barocken Bauteile stehen in Verbindung mit dieser Umbauphase. Dazu gehören eine eiserne Tür im Hauptwohnraum (hofseitig), Farbfassungen an den Wänden, die Treppe vom 1.Obergeschoss zum Dach, der Dachstuhl selbst und natürlich die jetzige Fassade, mit Ausnahme des rechten Portales, welches erst 1860 eingefügt wurde.
An mehreren Stellen finden sich mehrere datierte Sgrafitti oder Ritzungen von Gesellen, die hier zeitweise wohnten oder hier ihre Versammlungen abhielten. Die älteste dieser Datierungen lautet 1652.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Handwerk 18 (396) ist das uralte Tuchmacherinnungshaus; es hat als solches in der Stadtgeschichte eine große Rolle gespielt. Da die Innung sich am 4. Januar 1923 auflöste, überließ sie das Haus der Stadt, ebenso auch ihr Archiv, das schon vorher außerhalb des Innungshauses beim Oberältesten - der letzte war Julius Müller (in Firma Müller & Schöner) - aufbewahrt wurde. Das Haus steht noch so, wie es 1726 nach dem Brande aufgebaut ist. Das Sitzungszimmer benutzte zugleich auch die Brüderschaft der Tuchknappen, die 1664 ein 1 1/2 Zentner schweres kupfernes Schild, gemalt von dem Maler Johann Geysius, anschaffte. Auf dem Hause kamen die Aeltesten und Merker täglich zusammen, um die gefertigten Tuche der Meister zu beschauen, ob sie die gehörige Güte und Maße hätten. -

 

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