Grüner Graben

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Grüner Graben. Die älteste Erwähnung fand ich 1550: Garten vor dem Kreuztore, am Eck am neuen Teich oder Grüner Graben ), Danach hatte er schon damals die jetzige Ausdehnung vom Reichenbacher Turm bis zur Heiligengrabstraße, umfaßte aber auch den Hältergarten und Hälterberg. 1595 geht Hans Emerich vom Kreuztor über den Grünen Graben ). 1585 im Dezember während der Pestzeit hatte man aus einem verpesteten Hause Wäsche auf den Grünen Graben getragen, sie angezündet, davon über die Stadt ein böser Dampf und übler Geruch gezogen, auch die Lumpen in die Höhe bis in die Langegasse geflogen, daß leichtlich eine neue Infection unter den Leuten erwachsen konnte  ). 1752 wurden auf dem Grünen Graben gärtnerische und Baumanlagen geschaffen ). So diente dieser Teil an den Stadtmauern unseren Vorfahren als beliebter Spazierweg. Straßenhäuser standen hier 1779 und 1847 und 1850 gar nicht, nur am Pulverteiche, gegenüber der Fabrik von Krause & Söhne (Pulvermühle) fanden sich vereinzelt Gebäude, wo dann 1783 der Kommerzienrat Matthias Böhm ein Sommer haus besaß. Seit 1829 hatte auf der Nr. 916 am Grünen Graben der Gemüsehändler Finster einen Garten. Ein späterer Besitzer Würfel legte ein Bad „Marienbad“ 1852 an, das etwa 10 Jahre bestand ). Nach Niederlegung der Stadtmauer 1848/49 fand 1853 die Bebauung zunächst an der Abendseite statt, 1863 ff. die der Ostseite. Die Kaserne ist 1856-59 erbaut. 1862 Verkauf von 12 Baustellen im Bauzwinger vom Reichenbacher Turm bis Jüdenring. Die Bebauung wurde 1865 beendet. 1866 Pflanzung der Akazien ).