Finstertorstraße

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Finstertorstraße Nr. 8 (593) heißt die Wüstige, Wiske, Wüstunge. Es sind die abenteuerlichsten Vermutungen über den Namen gemacht worden ). Aber schon die älteste Stelle, wo ich den Namen fand, entscheidet. Sie lautet: 1586, den 23. Oktober, ist das neue Siechhaus auf der Wüstung, da zuvor Augustins Fuhrwerk ) gestanden, neben dem Niclaskirchhofe verfertigt ). Das Siechhaus wurde damals wegen der Pest gebaut. 1734 wird vom Tuchmachermittel ein Zeugnis erbeten, daß die Wüstung mehr als 100 Jahre Eigentum des Handwerks sei. Es standen dort Rahmen. 1650 steht in den Geschoßbüchern als Besitzer „Der Vorsteher des Almosen“. 1600 ) ebenso, desgleichen 1700 Almosens Rähmenhof insgemein die Wüstige genannt. 1870 wurde die Wüstge an den Fabrikbesitzer Ernst Geißler vom Tuchmachermittel verkauft. Dann kam die Wüstge in Besitz der Stadt. Daß auf der Wüstge ehedem der Pfarrhof gestanden habe, ist sicher falsch, er lag gegenüber der Westpforte der Nikolaikirche.