Elisabethstraße

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Die Elisabethstraße. Das Gelände, das die jetzige Elisabethstraße und ihre Fortsetzung bis zur Neiße ausfüllt, samt den jetzigen Gebäuden im Süden, wurde ehedem durch die Mauer, den Zwinger und Graben, und weiterhin durch Gärten ausgefüllt. Vom Marienplatz aus gerechnet, befanden sich dort um 1850 die Gärten von Bauer und Gevers, das Grundstück der Ressource und Bergs Garten. Der Beschluß, die jetzige Elisabethstraße zur Promenade auszubauen, wurde zwar bereits 1843 gefaßt, die Ausführung verschob sich jedoch durch den verzögerten Abbruch der Stadtmauern. Die Straße ist erst in den Jahren 1853-1855 in der jetzigen Form entstanden. Nord- und südwärts wurden die Straßenfluchten bestimmt, der Graben zugefüllt, Mauer und Zwingergelände im Norden auch für die neue Häuserreihe benutzt; im Süden an der Straßenflucht standen im Jahre 1773 Bäume, später zogen sich bis zur jetzigen Friedrich-Wilhelm-Straße eine lange Reihe von Tuchrähmen hin, wozu auch etwa am Eingang der jetzigen Bismarckstraße ein Rähmhaus gehörte. Die letzten Rahmen wurden 1843 auf der Elisabethstraße weggenommen und der Topfmarkt dorthin verlegt ). Einen Abschluß nach Osten fand die Elisabethstraße 1854 durch die Erbauung der Bank (jetzige Reichsbank). Um diesen Bau entstand der Bankplatz, jetzt heißen die Gebäude nordwärts „An der Bank“. Weiter nach Osten wurde die Bergstraße angelegt, die am 18. Juni 1864 ihren Namen erhielt, nicht etwa nach dem bergigen Gelände, sondern nach einer Lohgerberei, die Erich Janson Berg 1832 anlegte ). Weiter an der Neiße lag das Maurersche Bad, Hypothekennummer 1076 (1832 errichtet). Die Villa von Siegfried Kaufmann ist 1895 aufgebaut. Ernst Halberstadt und später Halberstadt und Apitzsch kauften 1850 und 1856 die Bergsche Gerberei und bauten dort 1857 eine Fabrik auf (Hypothekennummer 1089).

 

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