Die Sonnenorgel in St. Peter und Paul (Peterskirche)

Die Orgel entstand im Zusammenhang mit der Neubeschaffung des Inventars nach dem Brand der Kirche im Jahr 1691. Hierzu holte man 1700 den Orgelbauer Eugenio Casparini nach Görlitz. Der aus der Lausitz stammende Casparini (ursprünglich Eugen Caspar) hatte in Italien gelernt, war dort sesshaft und für seine besonderen Fähigkeiten berühmt geworden. In den folgenden Jahren schuf er in Görlitz ein barockes Instrument gigantischen Ausmaßes.
Die Bezeichnung „Sonnenorgel“ bürgerte sich ein, weil der vom Görlitzer Bildhauer Johann Conrad Buchau geschaffene Prospekt 18 Sonnen zeigt, die jeweils kreisförmig von Pfeifengruppen umgeben sind.
Auch die Instrumente der musizierenden Engel in den Giebelgruppen und der Putten im Brustwerk waren ursprünglich spielbar. Nach mehr als 200 Jahren war das originale Orgelwerk so verschlissen, dass es 1927 gegen ein elektropneumatisches der Orgelbaufirma Sauer ausgetauscht wurde. Diese „Interimslösung” war aber nicht von Dauer. Als das Orgelwerk 1978 wegen des fortschreitenden Verschleißes aufgegeben werden musste, entschloss sich die Gemeinde der Peterskirche zu einem Orgelneubau unter Berücksichtigung des historischen Prospektes.
In den Jahren nach 1995 baute die Mathis Orgelbau AG aus der Schweiz mit dem Ziel, der Disposition der Casparini-Orgel so nahe wie möglich zu kommen, ein neues Werk in den inzwischen sanierten Prospekt.
Seit Mai 2004 klingen sogar wieder die „Sonnen“ der Orgel. Die neue Orgel schöpft ihre Klangfülle und –vielfalt aus 6085 Pfeifen, 89 Registern, vier Manual- und zwei Pedalklaviaturen. Die größte der Pfeifen misst 7,82 m. Besonderheiten der Orgel sind die barocken Spielzüge, z.B. Vogelstimmen (Nachtigall, Kuckuck) und Cymbelstern.

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