Demianiplatz

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Radeläuben waren eine große Anzahl hölzerner Häuser mit Lauben, derart, daß man von der Bautzener Straße bis zur Zittauer Landstraße (an der Frauenkirche) trocken und bedeckt gehen konnte ). Für Radeläuben findet sich vornehmlich in früheren Zeiten der Ausdruck „Rademarkt“, der das Gelände vor den Lauben mit umfaßte ). 1846, am 17. November, erhielt die Gegend den Namen Demianiplatz. Radeläuben schreibt sich daher, weil Rademacher (Stellmacher) dort ihre Werkstätten aufgebaut hatten ).

Schon seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts stand - ein absonderlicher Fall - auf dem Rademarkt ein Melzhaus, das aber „zur Zeit der Ketzerei eines Teiles abgegangen ist“ ). Weiterhin wurde 1476 bei der Frauenkirche noch ein anderes Brauhaus gebaut ). 1420 zahlte man auf dem Rademarkt 17 Wirte, worunter ein Haus „Im Winkel“ ). Die Nordseite neben der Annenkapelle hieß lange Zeit der Topfmarkt. 1729 wurden an beiden Seiten des Fahrweges unterhalb des Topfmarktes Linden gesetzt. Dann wurde 1774 und 1777 der Topfmarkt ) zu einer Promenade geebnet und mit Alleen und Hecken besetzt und der Topfmarkt wurde weiter hinunter gegen die Radeläuben verlegt ). 1516 befand sich eine Glöcknerei auf dem Rademarkt ). 1750 dienten die Radeläuben den Kürschnern zur Jahrmarktszeit zu Verkaufsstellen.

Eine große Veränderung der Gegend geschah etwa 1835-1850. Die alten Radeläuben waren meist hölzern und aus Lehmfachwerk, auch mit Schindeln bedeckt, hatten spitze Giebel, und ihr Bau war schwach und gebrechlich. Da baute man um 1840 viele neue steinerne Gebäude. Die Fluchtlinien wurden neu festgelegt, die Bäume gefällt, der freie Platz geebnet, Kanäle angelegt Als 1847 ff. das Frauentor fiel, die Mauern abgetragen und die Gräben gefüllt wurden, setzte man nach der Stadt und der nahen Vorstadt hin solche Arbeiten weiter fort.

Am 1. Juni 1850 legte man den Grund zum Theater. Dasselbe wurde nach einem Bauplan des Architekten Tietze in Berlin durch den Maurermeister Kießler erbaut. 1852 schuf man am Theater unterhalb des Kaisertrutzes gärtnerische Anlagen mit Sträuchern usw.

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