Büttnerstraße

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Büttner-, Oelschläger-, Plattner-, Kniegasse.

Die Büttnergasse umfaßt mit den Eckhäusern jetzt 26 Nummern, auf der Westseite 17, auf der Ostseite 9. Im Jahre 1728 zählte ich auf der Gehlerschen Karte etwa 19, auf der Westseite 15, auf der Ostseite 3 (4). Den unteren (nördlichen) Teil rechnete man zu Zeiten zur Oelschlägergasse, doch auch den oberen; denn Scultet spricht 1583 überhaupt „von der Büttnergasse oder Oelschlägergasse“. Im 14. und 15. Jahrhundert liest man den Namen Oelschlägergasse sehr häufig ), dagegen kommt der Name Büttnergasse erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vor ).

Nun lesen wir von etwa 1305 bis 1381 häufig von einer Kniegasse ), ohne daß man sie bis jetzt wenigstens fest in ihrer Lage bestimmen könnte. Die zahlreiche Erwähnung und die Gestalt zwingt uns, an die Gleichsetzung mit Büttnergasse zu denken. Vielleicht ist gar das Knie am nördlichen Ausgang der Plattnergasse in die Langengasse, so daß die Kniegasse zugleich die Plattnergasse umfaßt hätte. Denn sowohl Büttnergasse als Plattnergasse sind weder erwähnt in den Kaufbüchern von 1305 bis 1568, noch in Codices diplomatici II, III, IV von 1375 bis 1457 und Scriptores bis 1544. Erst mit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts scheinen Büttner- und Plattnergasse aufgekommen oder doch gebräuchlicher geworden zu sein.

Die Büttnergasse hat natürlich ihren Namen von dem Handwerk der Büttner oder Böttcher. Nr. 15 (223) war mindestens seit 1670 bis etwa 1813 ein Böttcherhaus, vielleicht schreibt sich von diesem Hause der Name der Gasse her. - Die Häuser zeigen vielfach den Typus der kleinen Barockhäuser, in denen meist der Webstuhl klapperte. Die drei Brände von 1642, 1691 und 1717 haben durchweg ältere Bauspuren zugrunde gerichtet.