Brüderstraße 9

In den Denkmallisten der Stadt Görlitz wird dieses Hallenhaus als spätgotischer Kernbau mit Zentralhalle aus den Jahren vor 1480 geführt.

Die Fassade stammt aus der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts und wurde im Stil der Neorenaissance verändert, bei einer Rekonstruktion 1982 aber wieder vereinfacht.Trotz umfangreicher Umbauten blieben die im 1. Obergeschoß beginnende Haushalle und im gleichen Geschoß zwei barocke Säle mit teilweise gewölbten Stuckdecken erhalten.

Bis 1887 hatte das Gebäude „ein zierliches, kräftig gearbeitetes, wertvolles und der Stadt zur Zierde gereichendes“ (Richard Jecht) Renaissanceportal. Es wurde bei dem damaligen Umbau entfernt. Das jetzige Portal ist eine Kopie aus dem Jahr 1981.

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Brüdergasse 9 (7) hatte bis 1887 ein zierliches, kräftig gearbeitetes, wertvolles und der Stadt zur Zierde gereichendes Renaissanceportal. Trotz aller Gegenströmungen wurde es damals bei einem Umbau entfernt. Das Haus besaßen unter anderen: Urban Schelner um 1480, der 1488 bei der Belagerung von Glogau für das Görlitzer „Volk und Gezeug“ zu sorgen hatte, dann Franz, Peter und Joachim Canitz etwa von 1510 bis 1633; 1670, 1675 Martin Lufft, ehedem Nadler, dann Kaufmann und Herr auf Leopoldshain (gest. 1676), dann Anna Rosina Möller, geb. Lufft, ihr Mann war der Bürgermeister Gregor Möller (gest. 1699).