Brüderstraße 4

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Brüdergasse 4 (139) ist ebenfalls ein Brauhof, jetzt mit schlichtem Aeußeren. 1453 läßt das Haus sich als im Besitz des Apothekers Vinzenz Schwofheim  )
nachweisen. Nach Vinzenz finden wir es in den Händen seines Sohnes Peter Schwofheim (1472), dann in denen dessen Sohnes Johann (gest. 1509). Johanns Witwe heiratete der Besitzer des Nachbarhauses Hans Beutler, weswegen ihn die Geschoßbücher nennen. Er starb gegen 1530. Dann trat das Erbe sein Stiefsohn Magister Peter Schwofheim um 1538 an. Er hatte seine Stellung als Professor an der Universität Leipzig wegen seiner Hinneigung zur lutherischen Lehre aufgegeben. Er wurde Görlitzer Ratmann, reiste 1547 mit nach Prag, wo der Pönfall erging, und starb 1551. Seine Witwe heiratete Hans Glich den Jüngeren, dessen Nachkomme Victorin Glich das Haus 1603 innehatte. 1675 besaß es Dorothea Schnitter, geb. Staude (gest. 1694), 1700, 1725 Tobias Schnitter, Kgl. dänischer Sekretär und Auditor (gest. 1734), 1750 Dorothea Schittler, geb. Schnitter (gest. 1766), Witwe des Scabinus Joh. Florian Schittler (gest. 1749), 1775 Dr. jur. Samuel Gottlieb Frölich, Advokat und Stadtrichter, Herr auf Leschwitz (gest. 1801), seit 1803 Bürgermeister Samuel August Sohr (gest. 1838), der 1813 in der Franzosenzeit eine große Rolle spielte, seit 1839 der Züchner und Stadtrat Adolf Müller. 1845 hatte dort seinen Laden der Buchhändler Julius Köhler. Um 1923 wurde oben ein neuer Stock aufgesetzt.