Brüderstraße 13

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Die Brauhöfe Nr. 13 (13) und 12 (10) haben seit 1730 einen gemeinsamen Ueberbau über dem Schwarzengäßchen; damals kam man überein, als der Advokat und Kämmerei- und Heideverwalter Georg Geißler Nr. 13 baute, daß ihm die oberen zwei Fenster, dem Besitzer von Nr. 12, dem Schöppen Georg Lochmann aber die unteren zwei Fenster eingeräumt wurden, den Dachboden sollte jeder zur Hälfte haben. So ist der Besitzstand noch jetzt.

Die Buchstaben in der Vignette an der Straßenseite bleiben mir unklar. Nr. 13 besaßen: von 1427 bis 1434 der überaus tüchtige Görlitzer Stadtschreiber Laurentius Ehrenberg, der von Juli 1433 bis Januar 1434 eine weite Reise bis nach Rom in Geschäften der Stadt machte und mehrere schöne Urkunden, darunter zwei goldene Bullen, seiner Stadt mitbrachte; um 1530 der Schulmeister Joh. Kommerstadt, 1552 und 1575 Peter Frenzel, seit 1609 bis um 1620 Gottfried Rücker, der, 1631 in den Adelstand unter dem Namen von Rickhart erhoben, Mengelsdorf und Holtendorf besaß. Er baute laut einer noch vorhandenen Beschriftung 1612 an einem Gewölbe; von 1625 Gregor Bergmann (gest. 1641), dann sein Sohn George Bergmann (geb. 1606, gest. 1672), dem wir ein Tagebuch aus der Zeit der Belagerung der Stadt Görlitz verdanken  ); dann folgte sein Sohn, der Viertelshauptmann und Heideverwalter Elias Bergmann (gest. 1722). 1735 wohnte als Mieter in dem Hause der Buchdrucker Sigmund Ehrenfried Richter. 1854 bis 1908 war es im Besitze von Adolf Webet und Frau Agnes Therese Webel, geb. Geißler, seit 1908 von Kaufmann Louis Karger.