Brüderstraße

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Die Gasse ist nach den Franziskanerbrüdern benannt, die im Kloster ihren Sitz hatten. Sie wurde im Zuge der alten westöstlichen Heeresstraße angelegt. Ehe noch die erste Stadtsiedlung durch die Neustadt um 1250 erweitert wurde, befand sich am westlichen Ausgange der Gasse ein Tor, dessen Grundmauern 1909/10 aufgedeckt wurden ). Auf alte Mauerbefestigungen weisen auch Baureste hin, die 1790 am Schwibbogen gefunden wurden ). Die erste Erwähnung des Namens ist uns aus dem Jahre 1381 bekannt ). Im verlorenen Geschoßbuche von 1403 werden 15 Wirte genannt, was ungefähr mit der heutigen Anzahl von Häusern übereinstimmt. Die vorhandenen Geschoßbücher von 1426 bis 1577 Januar bringen gleich zu Anfang westlich anschließend an den Schönhof bis zur Ecke des Obermarktes (eingeschlossen) 10 Häuser an der Südseite, seit dem Sommer 1577 aber 12 Häuser, indem 2 Häuser in der östlichen Schwarzengasse eingeschoben werden. Es sind das Schwarzegasse 7 (11) und Schwarzegasse 8 (12), die damals dem Bartholomäus Hagendorn und Hans Sachse gehörten. Diese Häuser bestanden schon vorher, sie wurden aber seit Sommer 1577 in den Geschoßbüchern hier in der Reihenfolge der Brüdergasse aufgenommen. Früher, vor Sommer 1577, befinden sie sich in den Geschoßbüchern unter BI. 31 a und 31 b. - Die Häuser vom Schönhof (eingeschlossen) bis Brüdergasse 18 (Eckhaus am Obermarkt 34) gingen 1728 (nach der Karte von Job. Wilh. Gehler) bis zum Fischmarkt und der Fischmarktgasse durch bis auf die Nummern 11, 12, 15 und 16. Die Häuser der südlichen Brüdergasse waren bis 1850 alle Brauhöfe mit Ausnahme von Nr. 15 und 16; Nr. 15 hatte früher auch Braurecht, dagegen scheint Nr. 16 immer ein Privathaus gewesen zu sein.