Bautzener Straße

Geschichte und Topographie der Stadt Görlitz; Richard Jecht, Görlitz 1927-1934:

Die Bautzener Straße. Sie reicht jetzt bis zur Hilgerstraße, ihre Fortsetzung nach Westen nennt man jetzt die Rauschwalder Straße und von der Bahnunterführung an „Reichenbacher Straße“. Früher heißt der ganze Zug Bautzener Straße, doch scheint dafür der älteste Name Reichenbacher Straße zu sein, so 1410, 1476 und 1480 ). Als man 1845 das Kataster der Grundstücke anlegte, wurde die jetzige Rauschwalder Straße Reichenbacher Straße genannt. Der Name Rauschwalder Straße findet sich zuerst im Adreßbuche 1872; 1877 heißt sie auch Rauschwalder Chaussee. Die Bautzener Straße war eine Hauptstraße.

Die Stadt hatte nicht allein die Bautzener Straße in den Flurgrenzen der Stadt, sondern die gesamte Landstraße bis an das Dorf Schöps, also hinter Reichenbach, zu unterhalten. In der Gegend des Kellenborn legte man infolge einer Stiftung des reichen Görlitzer Bürgers Paul Sigmund 1475 den Weg auf günstigeres Gelände ). Die Straße befand sich im Anfang des 19. Jahrhunderts, obwohl gepflastert, in jammervollem Zustand, so daß die Fuhrleute bald hinter dem Stadtgraben (bei Rauschwalde) nach Osten bogen und durch die Salomonstraße das Frauentor zu erreichen suchten. Dem Zustande wurde 1831 ein Ende gemacht, indem die ganze Straße vom Töpfertor (an der Mündung der Brunnengasse) der Staat übernahm und eine Chaussee anlegte. In den folgenden Jahrzehnten ergaben sich dadurch für die Stadt wegen des Neubaus der Häuser Schwierigkeiten, bis dann 1859 nach langen Verhandlungen die Stadt die Straße wieder zurücknahm.