Friedrich Paul Gerhard Röhr

Friedrich Paul Gerhard Röhr (1859-1930)

Friedrich Paul Gerhard Röhr wurde am 18. Juli 1859 als erstes Kind von Johann Friedrich Röhr (Realschullehrer) und Agnes Röhr (Hausfrau) im Haus Obermarkt 14 geboren.  Zwischen 1865 und 1868 besuchte er die Vorschule des Gymnasiums und danach die Realschule. 1874 wurde Gerhard Röhr von der Realschule in die Secunda der königlichen Gewerbeschule Görlitz versetzt (heute Curie-Gymnasium am Wilhelmsplatz).  1875 wurde er Primaner und ein Jahr später in die Klasse der Bauhandwerker aufgenommen. Eine spezielle Förderung erfuhr er dort durch ein Stipendium des Görlitzer Kaufmanns und Industriellen Ephraim.  Seine Schulausbildung endete im August 1877. Unmittelbar im Anschluss begann er mit einer Maurerlehre bei Maurermeister Lissel in der Nikolaistraße und schloss diese mit der Gesellenprüfung 1879 ab. Seine Wanderjahre bis 1882 verbrachte er im Wesentlichen in Berlin. Nach seiner Rückkehr arbeitete er für den Maurermeister Julius Grosser in dessen Geschäft auf der Luisenstraße und sammelte dort erste Bauleitungserfahrungen.  Von Oktober 1882 bis Mai 1886 arbeitete er in Wien und besuchte dort die Kaiserlich-königliche technische Hochschule.  Am 26. Juni 1886 erwarb er in Görlitz das Bürgerrecht und nahm seine Tätigkeit bei Julius Grosser wieder auf.  In seinem Elternhaus Mittelstraße 26 eröffnete Röhr im August 1886 sein erstes eigenes Büro – das Atelier für Architektur und Kunstindustrie.  Nach einigen Jahren intensiver Tätigkeit als Architekt heiratet Gerhard Röhr Elise Jeschke und gründet seine Familie, aus der 2 Kinder (1891, 1897) hervorgingen. 

Werke:

Gartenpavillon der Villa Lüders, 1886 / Entwurf für das Kaiserzelt, für dessen Besuch im Mai 1893 / Umbau Wilhelmtheater, 1888 / Dresdener Platz 10 und 45, nach 1885 / Eckgebäude Lutherplatz / Krölstraße, nach 1885 / Villa Hagspihl, Goethestraße 5 1896/97 / Goethestraße 1 und 2, Bauherr Julius Grosser, 1893 / Goethestraße 10, Bauherr August Kaempfer, 1906 / Villa Sydow, Seydewitzer Straße 42 (Carl-von-Ossietzky-Straße), Bauherr A. Kaempfer, 1906/07 / Fassade Seydewitzer Straße. 7 (Carl-von-Ossietzky-Str.), 1896 / Seydewitzer Straße 9, 22, 41, 1896/1910 / Augustastraße 26/27, Bauherr Friedrich Röhr, 1888/87 / Augustastraße 9, Bauherr Julius Grosser, 1891 / Augustastraße 25, Bauherr Eduard Riedel, 1889 / Augustastraße 31, 32, 33 / Mühlweg 10, 11, 11a, 15a, 18 / Biesnitzer Straße 35 (eigenes Wohnhaus), 36 / Furtstraße 1, Rothenburger Versicherungsanstalt / Louis-Braille-Straße (Schmidtstraße) 2, 3 / Am Stadtpark (Reichenberger Straße) 4, 6 / Bahnhofstraße 52 / Schillerstraße 1, 9, 18, 23, 24 / Konsulstraße 21, 22 / Jakobstraße 17, 32a / Hartmannstraße 4, 5 / Schulstraße 8 / Reichertstraße 2 / Berliner Straße 8/9 (Straßburg-Passage) / Berliner Straße 35 (Hotel „Vier Jahreszeiten“) / An der Jakobuskirche 7 (Paul-Gerhard-Haus)

Bis zu seinem Tod im Jahr 1930 war Röhr neben seiner beruflichen Tätigkeit in vielerlei Gremien für die Stadt und seine Gemeinde tätig. (Quelle der Kurzbiographie: Friedrich Paul Gerhard Röhr, Architekt zu Görlitz, Peter Mitsching, Stadtverwaltung Görlitz, Denkmalschutzbehörde, ISBN: 978-3-00-035627-8, erhältlich in der via regia Buchhandlung, Brüderstraße 3 in Görlitz oder bei der Denkmalschutzbehörde der Stadt Görlitz)

Weblinks:

- Gerhard Röhr (wikipedia)

Literatur:

  • Andreas Bednarek: Friedrich Paul Gerhard Röhr. Ein Görlitzer Architekt. In: Görlitzer Magazin, 7. Jahrgang 1993.
  • Peter Mitsching, Stadtverwaltung Görlitz, Untere Denkmalschutzbehörde (Hrsg.): Friedrich Paul Gerhard Röhr. Architekt zu Görlitz. Görlitz 2011, ISBN 978-3-00-035627-8. (in den Einzelnachweisen kurz Mitsching 2011)

weiterführende Texte: