Adolf Traugott von Gersdorf

Die kostbaren Sammlungen im Barockhaus Neißstraße 30 gehen in wesentlichen Teilen auf einen der bedeutendsten Gelehrten der Aufklärungszeit in der Oberlausitz zurück: auf Adolf Traugott von Gersdorf.

Geboren 1744 in Niederrengersdorf bei Görlitz, erhielt er eine ausgezeichnete Schulbildung (u. a. am Görlitzer Gymnasium Augustum) und studierte an der Universität Leipzig. Er erbte die Güter Niederrengersdorf und Meffersdorf (heute Uniecice), wo er sich als erfolgreicher Ökonom profilierte.

Vor allem aber widmete er sich seinen umfassenden naturwissenschaftlichen Forschungen. In Meteorologie, Physik mit Schwerpunkt Elektrizität, als Mineraloge und Geologe leistete er Pionierarbeit. So wurden z. B. erste Blitzableiter der Oberlausitz nach seinen Angaben aufgestellt.

Als sich von Gersdorf 1786 zum wiederholten Male wegen geologischen und meteorologischen Forschungen in den Schweizer Alpen aufhält, wird er Zeuge der Erstbesteigung des Mount Blanc. Von Gersdorfs Niederschrift zu diesem Aufstieg ist der einzige Augenzeugenbericht zu diesem historischen Ereignis.

Auf zahlreichen Reisen und durch den Briefwechsel mit vielen Gelehrten erweiterte er sein Wissen ständig. 1779 gründete er mit Karl Gottlieb Anton die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. Ihr vermachte er testamentarisch seine Sammlungen und seine Bibliothek. Sein Physikalisches Kabinett, seine Gesteinssammlung sowie auch Gemälde, Zeichnungen, aber auch verschiedene Gerätschaften und vor allem zahlreiche Manuskripte befinden sich seit 1807 im Barockhaus Neißstraße 30 als einzigartige Zeugnisse einer großen Persönlichkeit und eines ungewöhnlich vielseitigen Wirkens.

Adolph Traugott von Gersdorf starb nach Jahren unermüdlichen Wirkens 1807 und wurde inmitten seiner Arbeiter und Bauern auf dem Friedhof in Meffersdorf beigesetzt.

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