Johannes Wüsten

Biographische Daten

  • 1896 - am 4. Oktober in Heidelberg geboren, Sohn des Pfarrers Ewald Wüsten und dessen Ehefrau Friede, geb. Weingärtner. Geschwister: Ewald (später Journalist), Elisabeth, Fritz, Theodor (später bildender Künstler), Ernst (später Kunsthistoriker).
  • 1897 - Übersiedlung nach Görlitz. besuch des Gymnasiums bis Obertertia. Abgang auf eigenen Wunsch, um Maler zu werden; Eltern schicken ihn aber in die Tischlerlehre nach Dresden; hier erster Kontakt zur Arbeiterbewegung.
  • 1914 - Malschüler bei Otto Modersohn in Worpswede.
  • 1916 - Einberufung. Als Soldat an der West- und Ostfront, mehrmals verwundet.
  • 1919 - Mitbegründer der "Neuen Sezession" in Hamburg. Ausstellung Steinhagen - Wüsten. Reisen durch Holland und dalmatien. Novelle "Yvon" erscheint.
  • 1922 - Rückkehr nach Görlitz
  • 1925 - Einrichtung einer Malschule, die bis 1931 besteht.
  • 1926 - Ehe mit der Malerin Dorothea Koeppen.
  • 1927 - wird die lange vergessene technik des Kupferstichs durch Wüsten neu belebt. Über 70 Stiche entstehen. Graphikpreis des "graphischen Kabinetts Chikago", Kupferstiche erregen Aufsehen in England und Buenes Aires. Teilnahme an zwei Ausstellungen der "Juryfreien" in Berlin. Stadtgeschichtliche Aufsätze im "Neuen Görlitzer Anzeiger".
  • 1931 - Erste Ausstellung seiner Werke in Görlitz durch reaktionäre Kreise boykottiert. Anhänger der zeitschrift "Weltbühne", die durch Carl v. Ossietzky herausgegeben wird. Mitglied der "Roten Hilfe".
  • 1932 - Mitglied der KPD. Aufführung des proletarischen Heimatspiels "Die Verrätergasse" durch die "Rote Bühne" Görlitz.
  • 1933 - Führende Mitarbeit im antifaschistischen Widerstandskampf in Görlitz
  • 1934 - Emigration nach Prag. Artikel und Karikaturen für antifaschistische Presse (AIZ, Rote fahne, Gegen-Angriff, Volkszeitung, Volksillustrierte, Simpl, Prager Presse, Bohemia). Antifaschistische ("Bessie Bosch", "Das Herz") und historische Dramen ("Weinsberg", "Florian Geyer", "Bruder Bauer"). Der revolutionäre historische Roman "Rübezahl" soll im Malik-Verlag erscheinen; von Thomas Mann befürwortet; für den Literaturpreis der "American Guild New York" vorgesehen.
  • 1938 - Flucht nach Paris. 15 malernovellen beendet, drei davon erscheinen in der Emigrationszeitschrift "Das Wort" (Moskau)
  • 1939 - Artikel und Novellen in der Emigrationszewitschrift "Maß und Wert". Internierung durch die französische Regierung.
  • 1941 - Flucht in das unbesetzte Südfrankreich mißglückt. In Paris als Schwerkranker von der GESTAPO verhaftet.
  • 1942 - durch den "Volksgerichtshof" Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
  • 1943 - am 26. April im Zuchthaus Brandenburg-Görden infolge schlechter Ernährung und unzureichender ärztlicher Betreuung an Tuberkulose gestorben. (aus: Johannes Wüsten und Görlitz, 1966)

weiterführende Texte:

Literatur: